„KLAPPE AUF!“ für das Recht auf Mitbestimmung

Im Wismarer Filmbüro haben sich die Jugendlichen des Projektes das erste Mal gesehen, sich untereinander und mit ihren Betreuern Claudia Berg und Marcus Wojatschke in echt unterhalten können. Bisher konnten sie nur online kommunizieren. Ich durfte gestern auch dabei sein, weil ich begeistert von ihren Spots auf Youtube und vor allem von ihren Ideen war.

Die Kurzfilme der vier Mädchen und drei Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren des Projekts „Klappe auf!“ des Landesverbandes Kinder- und Jugendfilm Berlin (Kijufi), die komplett online entstanden sind, haben es in sich. Es geht um konkrete Umsetzung ihrer Forderungen und Wünsche, wie endlich einen Spielplatz für mehr als 30 Kinder in Pennewitt zu haben, das Herabsetzen des Wahlalters oder einen Weckruf an alle Entscheidungsträger in der Bildungspolitik. Auch hier fordern die Schüler direkte Mitbestimmung ein. „Lehrer sind die wichtigsten Menschen in meinem Leben zur Zeit nach meinen Eltern“ und deshalb fordert ein Schüler besser ausgebildete Lehrer, die auf die Probleme ihrer Schülerinnen und Schüler eingehen. Forderungen der Gruppe sind Themen wie ein Schulfach „Erste Hilfe“, mehr über Finanzen lernen, denn eine Steuererklärung muss jeder mal abgeben oder ein früherer Beginn mit der Berufsorientierung und natürlich ein besseres Internet. Lehrerinnen und Lehrer müssen hier besser geschult werden.

Wir haben gut 3 Stunden miteinander diskutiert, gestritten und versucht Lösungsansätze zu finden, wie sie mitmachen können. Ich habe den Mädchen und Jungen empfohlen, dass sie dranbleiben sollen, nicht aufgeben, den Leuten wenn nötig „auf den Keks gehen“. Sie sollen sich engagieren, z.B. im Wismarer Kijupa oder im Jugendrat des Landkreises und dort Mehrheiten suchen für ihre Ziele. Das ist bei mir und meiner Fraktion im Landtag auch nicht immer einfach, habe ich ihnen von meiner Erfahrung erzählt. Bis heute gibt es nach fast 10-jähriger Debatte keine Einigung beim Wahlalter mit 16, die Jugendlichen fordern sogar eine Herabsetzung auf 14. Überhaupt finden sie, dass die Politik eher die Interessen von Erwachsenen und älteren Menschen vertritt, wo bleiben wir da? Sie fordern mehr Respekt von den Erwachsenen. Wie oft hören sie den Vorwurf einer respektlosen Jugend, aber auch Erwachsene drängeln sich beim Einkaufen vor oder schreien uns im Bus grundlos an, weil ihnen etwas nicht passt.

Besonders bewegt hat mich auch das Thema Rassismus an der Schule oder herablassende und beleidigende Äußerungen, die junge Mädchen zum Teil ertragen müssen. „Wie gehe ich damit um, wie verhalte ich mich gegenüber diesen Jungs, wen kann ich fragen“, wollte ein junges Mädchen wissen. Hier fehlt auch einfach soziale Kompetenz im Lehrplan.

Ich werde auf jeden Fall Ideen und Wünsche der engagierten Schülerinnen und Schüler für mich mitnehmen und in meiner Fraktion oder im Bildungsausschuss weiter diskutieren.

Der Spot zum Thema Mitbestimmung läuft auf: https://youtu.be/shABflm4eJs und zum Thema Schule auf: https://youtu.be/dOon60L7hjQ

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